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Woran erkenne ich, ob mein Kind Asthma hat?

Grundsätzlich kann Ihnen nur ein Arztbesuch Klarheit darüber verschaffen, ob Ihr Kind tatsächlich unter Asthma leidet.

Typische Symptome:

  • Husten
  • Pfeifende Atemgeräusche
  • Atemnot

Kommen dann auch noch häufige Bronchitiden, schwere Atemwegsinfektionen oder andere allergische Erkrankungen wie Neurodermitis hinzu, wird eine Asthma-Erkrankung immer wahrscheinlicher.

Gehen Sie bei dem Verdacht auf Asthma frühzeitig mit Ihrem Kind zum Arzt. Bei einer eindeutigen Diagnose bringt die richtige medikamentöse Therapie meist eine deutliche Besserung.

Wie entsteht Asthma?

Asthma ist eine chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut. In den ersten drei Lebensjahren gelten Infekte als Hauptauslöser für Asthma. Später wird Asthma insbesondere durch Allergien hervorgerufen.

Der Kontakt mit Allergenen, Fremdstoffen oder Reizen verursacht eine Entzündung, bei der die Muskeln verkrampfen, die Schleimhaut anschwillt und in der Lunge verstärkt Sekret produziert wird, wodurch die Bronchien sich verengen. Der häufige Kontakt mit Asthma-Auslösern verstärkt die Beschwerden und kann zu einem Asthma-Anfall führen.

Kann mein Kind aus dem Asthma „herauswachsen“?

Viele Säuglinge und Kleinkinder leiden unter regelmäßigen Bronchitiden, die nach zwei bis drei Jahre nur noch selten auftreten. Liegen gleichzeitig keine Allergien vor, sind die Heilungschancen besonders hoch.

Asthma-Symptome, die auf Allergien beruhen, treten immer wieder auf, sobald Ihr Kind Kontakt mit einem Auslöser hat. Asthma ist nicht heilbar, aber durch die richtige medikamentöse Therapie lassen sich die Beschwerden bis zu einem gewissen Grad minimieren.

Worauf muss ich achten, wenn mein Kind Asthma hat?

Leidet Ihr Kind unter Asthma braucht es Ihre volle Unterstützung. Sammeln Sie so viele Infos wie möglich und erklären Sie Ihrem Kind, was in seinem Körper vor sich geht. Nur wenn Sie beide verstehen, was es bedeutet, Asthma zu haben, können Sie im Alltag, aber auch im Notfall richtig reagieren.

Unterstützen Sie Ihr Kind bei der Behandlung und Kontrolle des Asthmas und ermutigen Sie es, so offen wie möglich mit der Krankheit umzugehen. Lernen Sie, Auslöser und die ersten Warnhinweise für einen Anfall zu erkennen, damit Sie im Ernstfall sofort helfen können.

Achten Sie auf die richtige Ernährung Ihres Kindes und halten Sie es von Allergenen fern. Rauchen Sie niemals in der Nähe Ihres Kindes.

Worauf muss mein Kind achten?

Ob ein Patient sein Asthma im Griff hat, hängt häufig davon ab, wie viel er selbst zu seiner Besserung beiträgt. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Ihr Kind regelmäßig seine Medikamente einnimmt und sein Asthma selbst kontrolliert. Dazu gehört auch das regelmäßige Messen der Peak-Flow-Werte, das Führen eines Asthma-Tagebuches und die richtige Interpretation der Werte mithilfe des Ampelschemas der Deutschen Atemwegsliga e.V.

Ihr Kind sollte seine Asthma-Auslöser kennen und wissen, wie es diesen aus dem Weg geht. Außerdem ist die Vorbereitung auf einen Asthma-Anfall besonders wichtig. Notfall-Medikamente und der Asthma-Pass sollten überall mit hingenommen werden. Regelmäßige Atem- und Dehnübungen können den Körper stärken und häufige Atemnot verhindern. Die atemerleichternden Körperstellungen erleichtern Ihrem Kind das Atmen, falls es doch einmal zu einem Anfall kommt.

Mit der Zeit wird Ihr Kind ein Gespür dafür entwickeln, wie es ihm geht und ob das Asthma besser oder schlimmer wird. Nehmen Sie seine Beobachtungen ernst und ermutigen Sie es dazu, sich ausführlich mit diesem Thema zu befassen.

Wie können Asthma-Medikamente meinem Kind helfen?

Üblicherweise werden in der Asthma-Therapie die folgenden zwei Arten von Medikamenten eingesetzt:

1. Die atemwegserweiternden Medikamente

Diese Medikamente werden bei akuten Asthmabeschwerden wie einem Asthma-Anfall eingesetzt. Ihre Wirkung tritt innerhalb von wenigen Minuten ein, die Wirkungsdauer beträgt aber nur etwa zwei Stunden. In der Regel werden atemwegserweiternde Medikamente inhaliert, so dass sie schnell an ihren Wirkort gelangen. Dort entspannen sie die verkrampften Bronchialmuskeln mit dem Ergebnis, dass sich die verengten Atemwege wieder erweitern. Außerdem können Sie zum Abtransport des zähflüssigen Bronchialschleims beitragen.

Atemwegserweiternde Medikamente bekämpfen also schnell und direkt die Asthma-Beschwerden. Ein Fortschreiten der Erkrankung können sie allerdings nicht verhindern, da sie keine entzündungshemmende Wirkung haben. Grundsätzlich sollten sie nicht zu oft inhaliert werden, da sie sonst Nebenwirkungen wie Herzrasen, Unruhe und Zittern auslösen können.

2. Die entzündungshemmenden Medikamente

Diese Medikamente haben keine sofortige Wirkung und sind als Notfallhilfe nutzlos. Langfristig eingesetzt unterdrücken sie die ständige Entzündungsbereitschaft der Atemwege und sollen die Lungenfunktion stabilisieren bzw. verbessern. Auf diese Weise beugen sie Asthma-Anfällen vor und bekämpfen die Ursache einer Asthma-Erkrankung. Auf lange Sicht gehen Schwellungen, Schleimbildung und chronische Entzündung in den Bronchien zurück.

Können Asthma-Medikamente meinem Kind schaden?

Wie jedes Arzneimittel haben auch Asthma-Medikamente Nebenwirkungen. Statt in Form einer Tablette oder Spritze wird der Wirkstoff bei Asthma jedoch meist inhaliert. Hierdurch gelangt er direkt und ohne Umwege dorthin, wo er gebraucht wird – in die Bronchien. Die Nebenwirkungen fallen also geringer aus, weil weniger Wirkstoff in den Blutkreislauf und damit zu den anderen Organen gelangt.

Kortison für mein Kind?

Als stärkster bekannter Entzündungshemmer kann Kortison das Fortschreiten der Asthma-Erkrankung eindämmen und Ihrem Kind bei einem schweren Anfall schnell helfen. Bei der Verwendung der modernen lokal wirkenden Darreichungsformen ist die Angst vor Nebenwirkungen in der Regel unbegründet. Wird der Wirkstoff inhaliert, wirkt er direkt in den chronisch entzündeten Atemwegen. Dabei treten üblicherweise kaum oder nur wenig kortison-typische Nebenwirkungen auf.

Wie kann ich mein Kind vor Asthma-Auslösern schützen?

Sie können Ihrem Kind helfen, typische Asthma-Auslöser zu umgehen:

  • Lassen Sie einen Allergietest machen.
  • Versuchen Sie, den Kontakt zu Allergenen zu vermeiden.
  • Achten Sie auf typische Pollenflugzeiten.
  • Halten Sie keine behaarten Haustiere.
  • Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind bei Anstrengungsasthma regelmäßig bewegt, ohne sich zu überfordern.
  • Halten Sie Ihr Kind von Zigarettenrauch und anderen rauchenden oder qualmenden Quellen fern.

Sie und ihr Kind sollten die Auslöser kennen. Achten Sie jedoch darauf, dass sich Ihr Kind trotz Asthma und drohenden Auslösern in einem weitgehend „normalen“ sozialen Umfeld aufhält. Eine Isolation oder Ausgrenzung und dadurch resultierende Ängste können zu einer Verschlimmerung des Asthmas führen.

Was sollte mein Kind beim Sport beachten?

Körperliche Belastung ist einer der typischen Auslöser von Asthma-Anfällen. Daher wird Sport fälschlicherweise häufig vermieden, doch Sport und körperliche Aktivität sind auch bzw. gerade für Asthmatiker wichtig und gesund. Denn Sport steigert die Leistungsfähigkeit von Herz und Lungen und verringert die Asthma-Beschwerden nachweislich. Deshalb sollte Ihr Kind regelmäßig Sport treiben.

Voraussetzung für Bewegung und sportliche Betätigung:

  • Stabile Atemwege in der grünen Zone des Ampelschemas.
  • Nur Sportarten wählen, bei denen Ihr Kind langsam anfangen und erst nach und nach die Belastung steigern kann z.B. Radfahren, Schwimmen, Wandern, Joggen oder Tanzen.
  • Gutes Aufwärmen ist immer ein Muss.
  • Zustimmung des Arztes einholen. Besprechen Sie, welche Medikamente Ihr Kind eventuell vor dem Sport oder bei auftretenden Beschwerden während der körperlichen Belastung nehmen sollte.
  • Trainer und Sportlehrer müssen auf jeden Fall über die Krankheit informiert werden.

Kann mein Kind an Klassenfahrten und Schulausflügen teilnehmen?

Sobald Ihr Kind in der Lage ist, seine Medikamente selbstständig und eigenverantwortlich einzunehmen, kann es an Unternehmungen teilnehmen, bei denen Sie als Elternteil nicht in der Nähe sind.

Jedoch müssen Sie ganz besonders darauf achten, dass Ihr Kind alle benötigten Medikamente und Hilfsmittel bei sich hat. Ein Lehrer oder eine andere Aufsichtsperson muss in jedem Fall über das Asthma informiert werden, damit im Notfall jemand Bescheid weiß und richtig reagieren kann. Außerdem ist es von Vorteil, wenn Mitschüler eingeweiht werden, damit Ihr Kind aufgrund seiner „Andersartigkeit“ oder eventuellen „Sonderbehandlungen“ nicht ausgegrenzt wird.

Leidet Ihr Kind unter „Allergischem Asthma“ und der Kontakt zu Allergenen kann bei einem bestimmten Reiseziel nicht vermieden werden, sollte Ihr Kind auf diesen Ausflug verzichten.

Wie kann ich meinem Kind in der Pubertät zur Seite stehen?

In der Pubertät kommt es häufig zu einer Verschlechterung des Asthmas. Das liegt einerseits an den körperlichen und emotionalen Veränderungen, die Jugendliche in dieser Zeit durchmachen. Noch häufiger liegt es jedoch an der nachlassenden Disziplin der Betroffenen. Krank sein und häufig inhalieren zu müssen ist nicht „cool“ und wird daher in der Öffentlichkeit vermieden. Stattdessen werden Grenzen ausgetestet: Rauchen und Inhalations-Missbrauch stehen hier an oberster Stelle.

Mit diesen Tipps können Sie Ihr Kind auf dem Weg des Erwachsenwerdens unterstützen:

  • Verdeutlichen Sie Ihrem Kind, dass es sich durch eine kontrollierte Therapie viel gesünder fühlen wird. Typische Auswirkungen und Notwendigkeiten, die das Asthma nach sich zieht, fallen weniger ins Gewicht.
  • Machen Sie sich dennoch bewusst, dass ständige Ermahnungen und Vorhaltungen Ihrerseits meist zu nichts führen. Unterstützen Sie Ihr Kind lieber in seinem Tun und hören sie aufmerksam zu.
  • Moderne Asthma-Inhalatoren sind in der Regel so klein, dass sie auch in der Öffentlichkeit dezent angewendet werden können.
  • Seien Sie ein gutes Vorbild, indem Sie aufhören zu rauchen.
  • Asthma-Schulungen gibt es auch speziell für Jugendgruppen, in denen Ihr Kind sich mit Gleichaltrigen über das Thema Asthma austauschen kann.

Wie kann ich meinem Kind bei einem Asthma-Anfall helfen?

Bei einem Asthma-Anfall ist es besonders wichtig, schnell zu reagieren. Deshalb sollten Sie und Ihr Kind gut auf diesen Fall vorbereitet sein. Beim Auftreten eines typischen Warnsymptoms sollten Sie einen Termin beim Kinderarzt vereinbaren.

7 Warnsymptome:

  1. Umschalten der Peak-Flow-Ampel von „Grün“ auf „Gelb“. Insbesondere, wenn die Morgenwerte abfallen und die tageszeitlichen Schwankungen zunehmen.
  2. Steigerung der Atemnot, insbesondere nachts.
  3. Verstärkung des Hustens, Häufung nächtlicher Hustenattacken.
  4. Veränderung des Auswurfs (Menge, Farbe, Zähigkeit).
  5. Spürbare Abnahme der körperlichen Belastbarkeit.
  6. Zunehmender Verbrauch an Notfallspray.
  7. Auftreten von Anzeichen eines Infektes: z. B. Fieber, gelb-grüner Auswurf usw.

Bei einem Asthma-Anfall spielen Angst und Hektik eine große Rolle. Bleiben Sie deshalb ruhig und versuchen Sie, auch Ihr Kind zu beruhigen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind immer das Notfall-Medikament bei sich hat und stellen Sie sicher, dass es die atemerleichternden Körperstellungen kennt.

Empfehlungen für den Notfall:

  1. Ruhe bewahren!
  2. Lippenbremse einsetzen und atemerleichternde Körperstellung einnehmen.
  3. Notfall-Medikament inhalieren.
  4. Ruhig und gleichmäßig atmen, ggf. Inhalation des Notfall-Medikamentes nach etwa 10 Minuten wiederholen.
  5. Sollte keine Besserung eintreten: Notarzt rufen (Telefon 112).

Am besten sind Sie auf den Ernstfall vorbereitet, wenn Sie mit Ihrem Kind zusammen den Notfall üben. Wo sind die Medikamente? Wie werden Sie eingenommen? Was sollte das Kind noch beachten? Auf dem Asthma-Pass befindet sich ein Notfall-Plan. Den können Sie als Spickzettel benutzen.